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160. Ausgabe

September 2017
15. Jahrgang
 

Mit der Steuererklärung clever Steuern sparen

Von Jahr zu Jahr wächst die Anzahl derjenigen, die jährlich eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abgeben müssen. Das gilt vor allem für die wachsende Zahl der Rentner, denn durch die Bestimmungen des Alterseinkünftegesetzes müssen Renteneinkünfte nach und nach voll versteuert werden. Die Höhe des steuerbaren Teils der Rente hängt bekanntlich vom Kalenderjahr des Renteneintritts ab, so dass die gesamte Rente ab dem Renteneintritt im Jahr 2040 in vollem Umfang zu versteuern ist. Da lohnt es sich in jedem Fall zu prüfen, ob man nicht seine Steuerlast mindern kann. Dazu muss man nicht einmal unbedingt einen Steuerberater hinzuziehen, wenngleich das in unübersichtlichen Fällen durchaus sinnvoll ist. Des Öfteren bleiben aus Unkenntnis in diesem Zusammenhang die privaten, notwendigen Ausgaben, die man als außergewöhnliche Belastungen bezeichnet, unberücksichtigt. Diese werden häufig vergessen, weil sie nicht regelmäßig entstehen, sondern auf besonderen personenbezogenen Umständen beruhen. Dazu gehören folgende Aufwendungen:
- Pflegeheimkosten, wenn das Pflegegeld nicht reicht und die eigenen Eltern es gut haben sollen im letzten Lebensabschnitt
- Kosten für medizinische Eingriffe, falls die Krankenkasse nicht oder nicht alles übernimmt
- Brillen und Zahnersatz, gerade wenn sie teurer sind, als die von der Krankenkasse akzeptierten Beträge
- Unterhaltszahlungen an Angehörige
- Beerdigungskosten
- Kosten und Gebühren der Rechtsanwälte und des Familiengerichts im Zusammenhang mit einer Ehescheidung
- Kosten für die Berufsausbildung des eigenen volljährigen Kindes, wenn es nicht mehr bei den Eltern wohnt und noch Anspruch auf staatliches Kindergeld hat

Bei dieser Aufzählung handelt es sich nur um Beispiele, manchmal gibt es Grenzfälle. Die sollten mit dem Steuerberater abgeklärt werden. Erwähnenswert ist, dass die Berechnungsvorschriften auch die Vermögenslage der Steuerzahler und die Anzahl der Kinder im Haushalt angemessen berücksichtigen. So müssen Gutverdiener und Kinderlose mehr Belastungen hinnehmen, als Personen mit geringen Einkünften. Steuergesetze sind kompliziert und für den Laien oft unverständlich, das gilt auch für die Ermittlung des Anteils der außergewöhnlichen Belastungen, die im Sinne des Finanzamts für den Steuerpflichtigen zumutbar sind und nicht abgesetzt werden können. Genaueres dazu findet man in der Tabelle zu § 33 Absatz 3 EStG. Dabei hat das oberste Finanzgericht (BFH) zu Gunsten der Bürger kürzlich entschieden, dass zum Berechnen des Eigenanteils an den außergewöhnlichen Belastungen die günstigere Rechenregel, nämlich eine Staffelung der Beträge, und nicht die Berechnung nach dem höchsten Prozentsatz anzuwenden ist. Aber selbst wenn die Steuererklärung für 2016 bereits abgegeben wurde, kann die Geltendmachung außergewöhnlicher Belastungen nach Vorliegen des Steuerbescheids mit einem Einspruch korrigiert werden, indem man die vergessenen außergewöhnlichen Belastungen im Weg des Einspruchs (Frist beachten: 1 Monat nach Bekanntgabe des Steuerbescheids) nachträglich geltend macht.

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