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Kiez-Report


 

Geschichtsbücher auf Beinen

Fast jungfräulich wirkt das Haus, in dem das Ehepaar W., beide um die 80 Jahre, eine Wohnung bezogen hat. Der Wohnblock in Berlin-Hellersdorf ist neu erbaut und auf die Bedürfnisse älterer Menschen sehr gut abgestimmt. Der Eingang ist ebenerdig und jede Wohnung bequem mit dem Fahrstuhl zu erreichen.

Das Ehepaar W. empfängt mich herzlich, und als erstes verschwinde ich mit Frau W. in der Vorratskammer. Hier nehme ich ihre Schätze in Augenschein, welche sie aus dem verkauften Haus mitgenommen hat. Frau W. hat die Vorzüge der Wohnung bereits erkannt. Jede Menge Konserven und selbst gemachte Marmeladen hat sie in der Vorratskammer eingelagert. Die Schätze von Herrn W. lagern momentan noch im Keller. Er war früher Buchbinder und besitzt noch einige Maschinen, die irgendwann auch in der Vorratskammer Platz finden sollen; er möchte gern wieder ein wenig arbeiten, nur so für sich. So richtig sind die W.’s noch nicht in Hellersdorf angekommen. Wie auch? Zwanzig Jahre haben sie in ihrem kleinen Häuschen in Kaulsdorf gewohnt. Trotzdem sind sie froh, dass der Verkauf ihres Hauses durch Herrn Bachmann so gut organisiert war.

Im Jahr 1962 hatte Herr W. das 800 m² Grundstück in der Güstrower Straße für etwas mehr als 4.000 Ostmark gekauft. Viel Geld für das junge Paar aus dem Prenzlauer Berg. Aber die Kinder sollten Auslauf haben, und die Erwachsenen hofften auf erholsame Wochenenden im Grünen. Um die freien Tage im Garten verbringen zu können, wurde ein „Bungalow 36“ gekauft. Die „36“ gibt die Größe der Fläche an. Insgesamt zwei Erwachsene und vier Kinder fanden auf dieser Fläche jedes Wochenende Platz, erstaunlich. Freitags, gleich nach der Arbeit machte sich Herr W. auf den Weg nach Kaulsdorf, während sich seine Frau, die Kinder im Schlepptau, mit Sack und Pack ebenfalls mit Bus und Bahn durchkämpfte. Auf sie warteten 37 alte Obstbäume und reichlich Beerensträucher, die gepflegt und abgeerntet werden wollten. Alles wurde verwertet und eingekocht. Das Ehepaar W. macht einen sehr zufriedenen Eindruck und sie berichten so anschaulich von ihrem Leben im Garten, dass man es förmlich vor sich sehen kann, wie Frau W. die Johannisbeeren erntend zwischen den Beerensträuchern steht. Nicht ohne Stolz berichten sie von ihrem selbst gezüchteten Blumenkohl und der reichen Bohnenernte. Es war immer viel Arbeit - aber auch viel Freude und nachdem das Ehepaar W. berentet und die Kinder aus dem Haus waren, gaben die beiden ihre Wohnung im Stadtzentrum auf und widmeten sich gänzlich dem „Landleben“. Sie haben die Veränderungen in Berlin und in Kaulsdorf im Laufe von Jahrzehnten miterlebt. Sie kannten noch die Pferdefuhrwerke, mit denen früher Waren ausgeliefert wurden, sie erlebten den Bau der neuen Kaufhalle in Kaulsdorf und haben so viel zu erzählen, dass man gar nicht aufhören möchte zuzuhören. Mögen sie sich gut in ihrer neuen Wohnung einleben, die Vorzüge ihrer neuen Umgebung erkunden und ihren Balkon möglicherweise als kleine Grünanlage gestalten! Platz genug ist.

Ihre Kiez-Reporterin: Frau Klein


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