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Kiez-Report


 

Köpenick, Kämmereiheide im Kommen

Immer mehr Häuser wechseln, gerade in diesem alten Siedlungsgebiet, die Eigentümer. Glücklicherweise wurde ein Großteil dieses Gebietes seinerzeit vom Wohnungsbau Ost nicht erfasst.

Wieder hat eine junge Familie mit zwei Kindern ein Grundstück in der Kämmereiheide erworben. Wenn man die Kleinen durch den von Mama und Papa erworbenen Garten rennen sieht, könnte man annehmen, dass hier eine neue Generation Siedler heranwächst. Man stellt sich schon vor, wie sie mit ihren kleinen Schippen den sandigen Boden beackern.

Dem ging natürlich voraus, dass jemand sein Haus an diese junge Familie verkaufte. Wer sind wohl diese Menschen, die sicherlich nicht leichten Herzens ihr Grundstück, nahe dem Müggelsee gelegen, aufgaben? Es sind oft alte Menschen, welche ihr Grundstück, das sie noch vor dem zweiten Weltkrieg erworben haben, nicht mehr alleine bewirtschaften können. Menschen, die aus einer Laubenkolonie ein Wohngebiet mit Lebensqualität erschaffen haben. Erst neulich habe ich ein Papier von 1934 in den Händen gehalten, in dem der Umbau von einer Laube in ein festes Wohnhaus beantragt wurde. Ein Fundstück, welches so alt und so abgegriffen ist, auf solch’ dünnem Papier, dass es wohl irgendwann das Zeitliche segnen wird. Wer wird dann den durch den Garten tobenden Dreikäsehochs erzählen, dass hier einst der Großstädter auf der Flucht vor der wachsenden Industrialisierung, Erholung suchend, seine Holzlaube errichtet hat. Ganze Familien oder Hausgemeinschaften trafen sich am Wochenende mit ihren Gartengeräten und Picknickkörben, um einerseits auszuruhen und gleichzeitig mitzuhelfen, dass auf dem urbar zu machenden Boden vielleicht irgendwann Kartoffeln und Bohnen wachsen, aus der traurig anmutenden Bretterbude nach und nach eine winterfeste Laube wird.

Viele Kinder verbrachten ihre Schulferien nahe des Müggelsees bei den Großeltern, welche ihre Laube nach und nach in ein festes Haus umgebaut hatten. Im nahen Müggelheimer Forst gab es immer etwas zu entdecken; der Müggelsee bot jede Menge an Vergnügen für alt und jung. Doch auch diese Gegend wurde von den Einschnitten durch den Krieg nicht verschont. Viele der Männer sind im Feld geblieben und nicht jede Frau fand die zweite Liebe ihres Lebens. Einige von ihnen blieben allein und hatten auch keinen Nachwuchs. Insofern konnte nicht jedes Haus so in Schuss gehalten werden, wie es vielleicht notwendig wäre. Sanierungen wurden aus Geldmangel nur notdürftig durchgeführt oder unterblieben, weil eine Heizung als Ersatz für den guten alten Kachelofen einfach eine zu große Veränderung darstellte. Doch das ist für Herrn Bachmann kein Grund, nicht auch ein solches Haus an den Mann, die Frau oder eine Familie zu bringen. Nicht jeder möchte ein fertiges Haus. So erwirbt er es eben als Baugrundstück und die Kämmereiheide hat wieder neue Siedler.

Ihre Kiez-Reporterin: Frau Klein


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99. Ausgabe

März 2012
9. Jahrgang
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