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Kiez-Report


 

Von der Wuhle an die Weser

Berlin und seine Bewohner befinden sich stets und ständig in Bewegung. Wenn sie sich nicht selbst bewegen, scheint sich alles um sie herum zu bewegen. Die einen kommen mit großen Plänen in die Großstadt, die anderen gehen mit großen Plänen aufs Land.

Zu Letzteren gehört das Ehepaar Ladwig. Mit Mitte vierzig haben sie sich nach dem Motto, wenn nicht jetzt wann dann, für eine geografische Veränderung entschieden. Bis jetzt bewohnten sie ein Siedlungshaus in der Fortunaallee in Biesdorf. Auf 800 m2 Grundstück befindet sich das ca. 1948 gebaute Haus und ist mit seinen 110 m2 Wohnfläche für zwei Personen und zwei vierbeinige Mitbewohner, die Dackel Tappi und Gizmo, großzügig gemütlich. Ladwigs hatten sich seinerzeit bewusst für ein altes Haus entschieden, für ein Haus mit Seele, in dem gelebt wurde.

Einst strandete ein junger Mann, der großen Liebe des Lebens wegen, in Berlin. Er war nach dem Krieg Taxifahrer und als solcher viel bei der russischen Besatzungsmacht beschäftigt. Von dieser Zeit zeugt eine alte Bunkertür in der Garage, die gerade recht war, um das Taxi, welches er für den Erwerb seines Lebensunterhaltes benötigte, zu sichern. Es war eben auch nicht die Zeit, in der man bei Einrichtung und Ausstattung seines Hauses unbedingt wählerisch sein konnte. Alles wurde gebraucht. Wenn wirklich irgendwo etwas übrig war, und sei es diese alte Bunkertür, dann fand sich mit Sicherheit jemand, der eine solche brauchen und verbauen konnte. Ladwigs schienen sich an diesem Relikt nicht zu stören. Im Gegenteil, das und andere Details gaben dem Haus die besondere Note, das gewisse Etwas eben. Gewisse Extras fanden sie aber auch bei der Renovierung des Hauses vor, welche heute, vier Jahre nach ihrem Einzug, noch lange nicht abgeschlossen ist. Unter vielen Lagen unterschiedlichster Bodenbeläge vermuteten sie Dielenböden und nach Abtragen diverser Schichten haben sie diese auch gefunden und wieder in altem Glanz erstrahlen lassen. Jeder, der auch nur irgendwann mal auf die Idee kam einen Dielenboden selbst zu schleifen, wird mitfühlen können, was das heißt. Das früher gern verwendete Ochsenblut, eine dunkelrot schmutzige und vor allem hartnäckige Farbe, zierte auch in diesem Haus die Holzdielen. Aber nicht nur der Fußboden wurde von mehreren Lagen verdeckt. Ähnlich erging es ihnen mit den Wänden, die hochprofessionell von einem Maler tapeziert worden waren. Die mehrlagigen Tapeten schienen dem Abweichvorgang trotzen zu wollen und ließen sich nur schwer lösen. Ein altes Haus hat eben nicht nur Seele, es hat auch seine Tücken. Aber Herr Bachmann hat auch dieses Mal Käufer gefunden, die sich diesen Tücken stellen wollen.

Eigentlich wollte Herr Ladwig dieses Haus ja nur noch mit den Fußsohlen nach vorn verlassen. Sie haben in den vier Jahren, in denen sie das Haus bewohnten, auch längst nicht alles geschafft, was sie sich vorgenommen hatten. Nun kommt eben alles anders. Mit beiden Füßen auf dem Boden werden sie vom Anwesen schreiten und ein junges Pärchen wird dort einziehen.

Ihre Kiez-Reporterin: Frau Klein


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