Bachmann Immobilien Kiez-Report September 2005: Seite 4

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Ein Flugboot auf dem Müggelsee

Vor über 70 Jahren wurde ein Flugzeug gebaut wurde, das bis dahin alles an Größe übertraf. Die Dornier X (auch Do-X) wurde innerhalb von 1 ½ Jahren in der Flugwerft in Altenrhein am Bodensee gebaut.

Nach gründlichen Tests bei jedem Wetter konnte das Flugboot am 21. Oktober 1929 mit 169 Personen an Bord zu einem einstündigen Rundflug über dem Bodensee abheben. 1930 legte die Do-X auf einer Weltreise, die sie von Europa nach Afrika, Süd- und Nordamerika führte, eine Strecke von 43.500 km zurück.

Auf ihrem Rückflug aus New York im Mai 1932 landete das Luftschiff auf dem Berliner Müggelsee. Ein Ereignis der besonderen Art, das sich lediglich im Jahre 2004 wiederholte, als ein Neffe Dorniers bei seiner Weltumrundung eine Zwischen-landung mit einer in Neuseeland aufgefundenen Do-X auf dem Berliner Gewässer vornahm. Nur drei Exemplare der Do-X wurden gebaut und für ihre Langstreckenflüge berühmt. Die Maschine hatte eine Länge von 40,9 m, eine Höhe von 10,1 m und eine Spannweite von 48 m. Die Maschine flog mit 12 wassergekühlten Zwölfzylinder-motoren mit je 440 KW, die über den Tragflächen angebracht waren. Die Höchstgeschwindigkeit der Dornier betrug 210 km/h, bei einer maximalen Flughöhe von 3.200 m und einer Reichweite von 2.800 km. Schon dieses Luftschiff verfügte über drei Decks. Im Oberdeck befanden sich Piloten-, Ingenieur-, Funk- und Hilfsmaschinenraum. Das Hauptdeck war ausschließlich den Passagieren, dem Gepäck und der Fracht vorbehalten. Im Unterdeck befanden sich die Kraftstofftanks und sonstige Einrichtungen. Das technisch beeindruckende Flugzeug wurde nie in den Liniendienst übernommen, obwohl der Werbeflug rund um den Atlantik ein Erfolg war. Folgeaufträge blieben aus. Die Zeit für Großraumflugzeuge war noch nicht reif.

Das Großflugzeug stand nur kurzzeitig in Berlin. Da man keinen geeigneten Platz fand, wurde es ausgeschlachtet, der Rest fiel den Bombenangriffen zum Opfer.

Fliegen gehört zu den großen Sehnsüchten der Menschen. Mit der Erfindung von Luftfahrzeugen wurde dieser Traum Wirklichkeit. Das Verkehrsmuseum (direkt am Tempelhofer Ufer) in der Trebbiner Straße 9 von Berlin-Kreuzberg zeigt in der Aus- stellung „Vom Ballon zur Luftbrücke“ auf über 6.000 m² wesentliche Entwicklungen und Ereignisse aus rund 200 Jahren deutscher Luftfahrtgeschichte.

Dienstags bis freitags von 9.00 bis 17.30 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr kann man sich diese atemberaubende Ausstellung ansehen. Das Museum erreichen Sie mit der U2 bis Gleisdreieck oder der U7 bis Möckernbrücke.

Kiez-Reporter: K.-H. Frenzel

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