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5. Ausgabe

August 2003
1. Jahrgang
 

Ein Gedenkstein für Charlotte - vor dem Gutshaus von Mahlsdorf

Charlotte von Mahlsdorf, alias Lothar Berfelde, Jahrgang 1928, gestorben im April 2002 und Deutschlands berühmtester Transvestit war faszinierend und fesselnd, mit einer spannenden Lebensgeschichte.

Sie half, kostbare Kulturgüter zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für ihr Engagement um die gesellschaftliche Anerkennung anders lebender Menschen erhielt Charlotte von Mahlsdorf 1992 das Bundesverdienstkreuz.

1960 war die Geburtsstunde des Gründerzeitmuseums im Gutshaus Mahlsdorf am Hultschiner Damm 333. Charlotte hatte das Haus vor dem Abriss gerettet und es bewohnt. In der darauffolgenden, unendlichen Sanierungszeit umgab sie sich mit üppigen, verschnörkelten Einrichtungsgegenständen aus den Jahren 1880-1900 und Haushaltsartikeln aus dieser Epoche. Die ersten Besucher, für die zunächst 2 - später 8 Ausstellungsräume, waren Straßenarbeiter und Gärtner aus der näheren Umgebung. Noch zu DDR-Zeiten kamen schon Interessenten aus dem In- und Ausland. Führungen durch das Museum wurden immer von ihr persönlich im Berliner Dialekt durchgeführt. In Seidenblusen, buntgeblühmten Röcken, Nylonstrümpfen, Spitzentaschentuch und Sandaletten „schwebte“ Charlotte durch die Räume und wusste fast zu jedem Gegenstand eine Geschichte. Sie erzählte gern von ihrer Sammlerleidenschaft für alte Möbel, einzigartigen Kommoden, Sprech- und Musikautomaten, Uhren und vielen weiteren Utensilien der Jahrhundertwende.

Heute ist es vor allem dem, im Jahr 1997 gegründeten Förderverein „Gutshaus Mahlsdorf e.V.“ zu verdanken, dass die Sammlung gepflegt und gewartet und somit das Andenken an diese Berliner Persönlichkeit bewahrt wird.

Mitglieder des Vereins, Freunde von Charlotte, die Stiftung Historische Friedhöfe Berlin und viele Privatleute und Mahlsdorfer Bürger, danken Charlotte von Mahlsdorf am 24. August 2003 ab 14 Uhr mit einer feierlichen Enthüllung eines Gedenksteins aus rotem Sandstein für das fast 40jährige Lebenswerk.

Der Förderverein, unter Leitung von Monika Schulz, lädt alle Interessierten zu diesem Termin mit anschließendem Sommerfest im Park und kostenloser Führung durch die Gründerzeitsammlung mit Zille-Kneipe, Dienstmädchenzimmer, Musikmaschinenzimmer u.a. ein.

Kiez-Reporterin: C. Goesch


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