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174. Ausgabe

Dezember 2018
16. Jahrgang
 

Nachlassplanung in der Patchwork-Familie

Die normale Kleinfamilie aus Vater, Mutter und Kind hat bekanntlich in vielen Fällen nicht immer und ewig Bestand, man lässt sich scheiden und tröstet sich alsbald mit einem neuen Partner oder Partnerin. Diese dann neu zusammengewürfelte Lebensgemeinschaft nennt man heute modern „Patchwork-Familie“. Oft geht es da ganz harmonisch zu, es werden gemeinsam Geburtstage gefeiert, Ausflüge gemacht, auch mit den Kindern der jeweiligen Ex-Partner. Aber auch das Gegenteil kommt vor, völliger Bruch der verwandtschaftlichen Beziehungen, Entfremdung und Hass. In Zeiten familiärer Harmonie wird dann nicht daran gedacht, dass der Tod plötzlich neben dem persönlichen Leid auch einen erbitterten Streit über das Erbe des verstorbenen Familienmitglieds auslösen kann. Wer sich als Erblasser nicht mit seiner Vermögensnachfolge beschäftigt, bringt im Ablebensfall erheblichen Sprengstoff in die Familie. Der Erblasser hat beispielsweise aus erster Ehe zwei Kinder und mit seiner nicht verheirateten neuen Lebenspartnerin keine Abkömmlinge. Zu den erst-ehelichen Kindern besteht kein Kontakt mehr. Die jetzige Verbindung ist langfristig, in dieser wurden Werte geschaffen. Wenn der Erblasser kein Testament macht, gilt die gesetzliche Erbfolge nach dem über einhundert Jahre altem BGB, welches längst nicht den Lebensverhältnissen moderner Familien entspricht. Die Folge ist, dass der Erblasser nur durch seine leiblichen entfremdeten Kinder beerbt wird. Die Lebenspartnerin geht völlig leer aus. Aber auch ein Testament muss in diesen Fällen gründlich bedacht werden. Mit Recht setzen sich Eheleute und Lebenspartner gern jeweils als Alleinerben ein, mit dem Ziel, den Partner zunächst vorrangig wirtschaftlich abzusichern. Wird das versäumt, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Da im ersten Erbfall nur der Partner/die Partnerin allein als Erbe eingesetzt ist, gehen die leiblichen Kinder des Erstversterbenden leer aus. Sie sind ja durch die Einsetzung des Partners enterbt. Im zweiten Erbfall wird das verbleibende Vermögen des Erstversterbenden und das Vermögen des Zweitversterbenden vererbt, aber nur an dessen Kinder, denn die Kinder des Erstversterbenden sind keine Abkömmlinge des Überlebenden. Ein gemeinschaftliches Testament von Ehepartnern mit gemeinsamer Festlegung, wer den Überlebenden beerben soll, vermeidet diesen erbrechtlichen Unglücksfall. Aber Achtung! Ein Berliner Testament, also die gegenseitige Erbeinsetzung mit bindender Festlegung, können nur Verheiratete errichten. Lebenspartner können die gleiche Regelung nur mittels eines Erbvertrages treffen, der zu seiner Gültigkeit vor einem Notar beurkundet werden muss.

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