Kiez-Report 2003 Kiez-Report 2004 Kiez-Report 2005 Kiez-Report 2006 Kiez-Report 2007 Kiez-Report 2008 Kiez-Report 2009 Kiez-Report 2010 Kiez-Report 2011 Kiez-Report 2012 Kiez-Report 2013 Kiez-Report 2014 Kiez-Report 2015 Kiez-Report 2016 Kiez-Report 2017 Kiez-Report 2018Kiez-Report Februar 2019 Kiez-Report März 2019 Kiez-Report April 2019 Kiez-Report Dezember 2019
Seite 1
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Seite 5
Gewinnspiel

185. Ausgabe

Dezember 2019
17. Jahrgang
 

Die steueroptimierte Kette


Irgendwann kommt der Tag, an dem sich jeder Eigentümer von Grundbesitz mit der Frage befasst, was damit im Falle des eigenen Versterbens passieren soll. Gesetzlicher Regelfall ist, dass Ehegatten, direkte Abkömmlinge oder die Verwandten der nächsten Stufe erben. Oft besteht zudem der Wunsch, bestimmte gesetzliche Erben vom Nachlass auszuschließen. Dies kann zwar testamentarisch geregelt werden, grundsätzlich haben jedoch die Personen, die eigentlich gesetzliche Erben wären, gegen den testamentarischen Erben einen Pflichtteilsanspruch in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbanteils. Aus diesen Gründen sollte man sich frühzeitig mit dem Gedanken auseinandersetzen, Eigentum zu Lebzeiten auf diejenigen zu übertragen, die es tatsächlich auch erhalten sollen. So sind die im Schenkungssteuergesetz geregelten Steuerfreibeträge schnell erreicht: Es gilt ein Freibetrag in Höhe von 500.000,- € für Ehegatten, für Kinder in Höhe von 400.000,- €, für Enkel in Höhe von 200.000,- €, und letztlich für sonstige Verwandte in Höhe von nur 20.000,- €. Auch ist zu beachten, dass „unerwünschte“ Erben gänzlich nur dann bezüglich der Eigentumsübertragung ausgeschlossen werden, wenn seit der Schenkung mehr als zehn Jahre vergangen sind, da sonst ein Pflichtteilsergänzungsanspruch gegen den Beschenkten bestehen kann. Regelmäßig kommt es vor, dass auch das Schwiegerkind des Schenkers Miteigentümer des Grundeigentums werden soll. Aus steuerlicher Sicht wäre es fatal, in einem einzigen Schenkungsvertrag den Grundbesitz gemeinsam an das leibliche Kind und an das Schwiegerkind zu übertragen, da Letzteres nur einen steuerlichen Freibetrag in Höhe von 20.000,- € hat. Vielmehr gibt es für diese Fälle steueroptimierende Gestaltungsmöglichkeiten. So besteht grundsätzlich die Möglichkeit, den Grundbesitz unter Ausschöpfung des Steuerfreibetrages an das Kind zu übertragen, welches dann den hälftigen Miteigentumsanteil an den Ehepartner überträgt. Die Finanzverwaltung hat diese Form der Kettenschenkungen teils nicht akzeptiert und die Schenkungssteuer so erhoben, wie sie angefallen wäre, wenn das Vermögen direkt an das Schwiegerkind verschenkt worden wäre. Dies sind letztlich nur einige Aspekte, die bei der steueroptimierten Vermögensübertragung beachtet werden müssen. Rechtzeitig Gedanken sollte man sich auch deshalb machen, weil eine Rückgriffsmöglichkeit des Sozialamtes auf das verschenkte Vermögen bestehen kann, wenn zwischen dem Zeitpunkt der Schenkung und dem Eintritt des Pflegefalls des Schenkers weniger als 10 Jahre vergangen sind. Der Sozialhilfeträger kann nämlich bewirken, dass in Höhe der gezahlten Sozialhilfe der Schenkungsrückforderungsanspruch des bedürftigen Schenkers gemäß § 528 BGB auch gegen dessen Willen auf den Sozialhilfeträger übergeht.

Seite 1
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Seite 5
Gewinnspiel

185. Ausgabe

Dezember 2019
17. Jahrgang
Kiez-Report Impressum